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Die ältesten Bewohner
Südwestafrikas waren Buschmänner, deren
Nachkommen heute im Norden des Landes leben.
Zu den Ureinwohnern zählen
auch die Hottentotten, die im Süden des Landes
verbreitet sind. Die größte Bevölkerungsgruppe,
die Ovambo, - auch die Herero - gehören zu
den Bantu.
Ende des 15.Jahrhunderts liefen
portugiesische Seefahrer die südwestafrikanische
Küste an, mit der Erforschung des Binnenlandes
wurde aber erst ca.100 Jahre später begonnen.
1840, mit der Einwanderung deutscher
Missionare, wurde das Land deutsches Einflussgebiet.
Den Missionaren folgten Farmer und Kaufleute,
unter ihnen der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz,
der das später nach ihm benannte Gebiet (
Lüderitzbucht ) erwarb.
Bismarck erklärte diesen
Distrikt 1884 zum deutschen Schutzgebiet, wenig
später folgte auch der Gewinn der Nama- und
Herero-Regionen.1904 bis 1907 erhoben sich beide
Völker gegen die deutsche Kolonialmacht,
jedoch wurde der Aufstand niedergeschlagen. In
dieser Zeit wurden in der Gegend um Lüderitz
erste Diamantenvorkommen entdeckt, damit begann
der wirtschaftliche Aufstieg Südwestafrikas.
Während des 1.Weltkrieges
eroberten südafrikanische Truppen das Land.
1919 wurde Südwestafrika der Südafrikanischen
Union als C- Mandat des Völkerbundes überlassen.
Nach 1945 weigerte sich Südafrika
aber, die neugegründete UN als Rechtsnachfolger
des Vökerbundes anzuerkennen, denn die UN
setzte Unabhängigkeit unter einer einheimischen
Mehrheitsregierung als Endziel der Treuhandverwaltung
fest.
Südafrika verwaltete das
Treuhandgebiet wie eine Provinz ( die ihre Vertreter
in das Parlament nach Pretoria schickte ), übertrug
nach 1948 die Apartheid-Politik auf Südwestafrika,
verwies die Farbigen auf begrenzte Homelands und
sicherte den Weißen die Erhaltung ihrer
Vorrechte zu.
Äthiopien und Liberia als
ehemalige afrikanische Völkerbundsmitglieder
klagten ergebnislos vor dem Internationalen Gerichtshof
in Den Haag gegen Südafrika.
1966 erklärte die UN-Vollversammlung
das Mandat für erloschen, setzte 1967 einen
Internationalen Verwaltungsrat ein und gab dem
Land 1968 den Namen Namibia.
1971 bezeichnete der Internationale
Gerichtshof die Präsenz der Republik Südafrika
in Namibia als illegal.
Diese Beschlüsse wurden
von Südafrika lange Zeit ignoriert.
Erst als die ehemaligen portugiesischen
Kolonien Angola und Mosambique 1975 unabhängig
wurden, womit die geographischen Eckpfeiler der
weißen Minderheitsherrschaft im südlichen
Afrika gleichsam wegbrachen, zeigte Südafrika
ein gewisses Entgegenkommen. Unter wachsendem
internationalem Druck akzeptierte die südafrikanische
Regierung schließlich im Prinzip ihre Verpflichtung,
Südwestafrika bis 1978
die Unabhängigkeit zu gewähren.
Die Frage, wie dieses Ziel zu
erreichen sei, blieb umstritten; sie sollte die
internationale Politik noch jahrelang beschäftigen.
1975 trat in Windhuk eine aus
Vertretern aller Volksgruppen einschließlich
der Weißen bestehende Konferenz zur Ausarbeitung
einer Verfassung für Namibia zusammen. Nach
ihrem Tagungsort wurde sie " Turnhallenkonferenz
" genannt. Sie einigte sich 1977 auf einen
Verfassungsentwurf und die Zusammensetzung einer
Übergangsregierung, wobei ein Proporz nach
Volksgruppen vorgesehen war. Die Weißen
Südafrikas billigten in einer Volksabstimmung
die Beschlüsse der Konferenz.
Die wichtigsten der Gruppen,
von denen die Turnhallen-Beschlüsse getragen
wurden, hatten sich inzwischen zur " Demokratischen
Turnhallen-Allianz" ( DTA ) zusammengeschlossen.
Kern dieses Bündnisses ist die 1977 von dem
Weißen Dirk Mudge gegründete"
Republikanische Partei ". Diese Partei bekämpft
die Apartheid, steht allen Rassen offen, lehnt
die Zersplitterung in Homelands ab und tritt für
eine gemischtrassige, demokratisch gewählte
Zentralregierung ein. Mehrere schwarzafrikanische
Organisationen, z.B die Namibische Nationalfront
( NNF ), blieben der Turnhallenkonferenz fern,
treten aber ebenfalls für einen friedlichen
Übergang zur Unabhängigkeit ein. Auf
strikte Ablehnung stieß die Turnhallenkonferenz
von Anfang an bei der stärksten afrikanischen
Nationalbewegung, der " Südwestafrikanischen
Volksorganisation " ( South West African
People´s Organisation, SWAPO ). Ursprünglich
eine Stammesorganisation der Ovambo, hatte sie
sich seit 1960 unter ihrem Führer Sam Nujoma
zu einer allen Schwarzen offenstehenden politischen
Partei entwickelt. Anfangs suchte sie ihre Ziele
mit friedlichen Mitteln zu erreichen, in den siebziger
Jahren hingegen spaltete sich die SWAPO in einen
gemäßigten Inlands- und in einen radikalen
Auslandsflügel. Dieser unterhielt in Angola
sowie in Sambia Stützpunkte und führte
von dort aus einen Guerillakampf gegen südafrikanische
Truppen in Südwestafrika.
Die SWAPO bekämpfte auch
Schwarze, denen sie Zusammenarbeit mit Südafrika
vorwarf. Die Exil-Führung der SWAPO war stark
marxistisch geprägt und strebte die Alleinherrschaft
im zukünftigen Namibia an. Durch Mehrheitsbeschluß
der UN-Vollversammlung wurde die SWAPO wiederholt
als wahrer und einziger Vertreter des namibischen
Volkes anerkannt.
Seit 1977 suchten mehrere westliche
Staaten zwischen Südafrika einerseits und
der SWAPO bzw. UN-Mehrheit andererseits zu vermitteln.
Die südafrikanische Regierung machte einige
Zugeständnisse :
- sie ernannte für Südwestafrika
einen Generaladministrator, der die Rassengesetze
schrittweise aufheben sollte
- Südafrika erklärte
sich damit einverstanden, in Südwestafrika
eine reine Parteienwahl ohne Volksgruppenproporz
abzuhalten.
Es blieben zwei Hauptstreitpunkte.
Erstens bestand Südafrika darauf, bis zur
Unabhängigkeit eine Truppenmacht im Land
zu belassen, und wollte nur einer kleinen militärischen
Beobachtertruppe der UN zustimmen. Hingegen fordeten
die SWAPO und die UN-Mehrheit den Abzug der südafrikanischen
Truppen noch vor der Wahl und die Entsendung einer
UN-Friedenstruppe.
Zweitens erklärten die
SWAPO und die UN-Mehrheit den wirtschaftlich wichtigen
Hafen Walfischbucht zum integrierenden Bestandteil
Namibias. Dem widersprach Südafrika unter
Hinweis darauf, daß Walfischbucht niemals
zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika gehört
hatte (es war 1878 britische Kolonie geworden
und 1909 zur Südafrikanischen Union gekommen).
Da es zu keiner Einigung kam,
fanden im Dezember 1978 Wahlen ohne UN-Kontrolle
statt. Von der SWAPO und der NNF wurden sie boykottiert.
Erwartungsgemäß siegte die DTA; sie
gewann 41 von 50 Sitzen. Im Juli wurde ein ausschließlich
aus DTA-Mitgliedern Ministerrat unter Vorsitz
von D.Mudge gebildet. Weder die Wahl noch die
Regierungsbildung fanden internationale Anerkennung.
Am 01.04.89 trat nach mehreren
gescheiterten Verfassungsvorschlägen und
einem blutigen Buschkrieg im Grenzland zu Angola,
auf Grundlage der UN-Resolution 435 eine von der
UNO-Friedenstruppe ( UNTAG ; United Nations Transitions
Assistant Group ) beaufsichtigte Waffenruhe in
Kraft.
Bei den ersten freien Wahlen
am 06.11.89, wird die SWAPO stärkste Kraft
in Namibia, verfehlte aber die Zweidrittelmehrheit
in der verfassungsgebenden Verwaltung.
SWAPO 41 Sitze ( gem. Sozialisten
)
Demokratische Turnhallen-Allianz
21 Sitze ( Liberale )
United Democratic Front / UDF
4 Sitze ( gem. Linke )
Action Christian National /
ACN 3 Sitze ( weiße Nationalisten)
Sonstige 3 Sitze ( NPF, FCN,
NNF )
Am 21.03.90 wird Namibia unabhängig.
Staatspräsident ist der langjährig exilierte
SWAPO-Führer Sam Nujoma.
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